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FRED - der Blog

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von  Von Katharina Creß

Marketing Beispiel Frankenthal

Eine Stadt-App einzuführen, ist heute für viele Kommunen ein wichtiger Schritt in Richtung digitale Verwaltung und moderne Bürgerkommunikation. Doch die Einführung allein garantiert noch keinen Erfolg. Viele Kommunen kennen die Herausforderung: Die App ist veröffentlicht, technisch funktioniert alles, aber die Downloadzahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück und die Nutzung entwickelt sich nur langsam.

Genau darüber haben wir in unserem Webinar gesprochen. Die wichtigste Erkenntnis aus der Praxis lautet: Eine Stadt-App braucht Menschen, die sie aktiv vorantreiben. Wenn niemand in der Verwaltung den Hut aufhat und die App kontinuierlich vermarktet, kommuniziert und weiterentwickelt, droht sie, im Alltag unterzugehen.

Wie erfolgreiches App-Marketing aussehen kann, berichtete Johanna Körner von der Stadt Frankenthal den Teilnehmern des Webinars.

Der Schlüssel zum Erfolg beginnt vor dem App-Start

Frankenthal war am 18. Dezember 2024 die erste Kommune, die mit FRED an den Start gegangen ist. Von Anfang an war das Ziel ambitioniert: „Wir hatten uns damals schon zum Ziel gesetzt, wir wollten innerhalb des ersten Jahres die 5.000 Downloads knacken.“ Bei rund 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern entspricht das einer Durchdringung von etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Und die Stadt Frankenthal hat ihr Ziel erreicht. Wie, das wurde natürlich ebenfalls im Webinar deutlich.

Der Grundstein für diesen Erfolg wurde jedoch nicht erst mit der Veröffentlichung gelegt, sondern bereits Monate zuvor.

Noch bevor die App verfügbar war, startete die Stadt eine Bürgerbefragung. Die zentrale Frage lautete: „Wenn wir eine Stadt-App entwickeln, was sollte sie können? Welche Inhalte und Funktionen wünschen Sie sich?“

Die Rückmeldungen waren eindeutig. Besonders gefragt waren aktuelle Stadtnachrichten, Veranstaltungshinweise, ein digitales Rathaus sowie Funktionen wie ein Mängelmelder.

Dieser Ansatz brachte gleich mehrere Vorteile mit sich. Zum einen fühlten sich die Bürgerinnen und Bürger von Beginn an eingebunden. Zum anderen erhielt die Verwaltung wertvolle Hinweise darauf, welche Funktionen tatsächlich für die Einwohner relevant sind und bei der Entwicklung priorisiert werden sollten. Die App entstand somit nicht am Bedarf vorbei, sondern orientierte sich direkt an den Erwartungen ihrer späteren Nutzerinnen und Nutzer.

Die Veröffentlichung als echtes Ereignis inszenieren

Auch beim offiziellen Start der App setzte Frankenthal auf Sichtbarkeit statt auf einen stillen Launch.

Die Veröffentlichung fand bewusst im Rahmen des Weihnachtsmarktes statt. Der Oberbürgermeister stellte die App persönlich vor und gab den offiziellen Startschuss. Anschließend wurden die wichtigsten Funktionen präsentiert, Einblicke in die Nutzungsmöglichkeiten gegeben und Fragen der Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort beantwortet.

Besonders wertvoll war dabei der unmittelbare Austausch: Interessierte konnten die App direkt herunterladen, Unterstützung bei der Einrichtung erhalten und erste Erfahrungen sammeln. So wurden mögliche Hemmschwellen bereits am ersten Tag abgebaut.

Begleitet wurde die Einführung durch Flyer, Werbematerialien sowie Banner mit QR-Codes, die den Download besonders einfach machten.

Nach dem Start ist vor dem Marketing

Ein häufiger Fehler vieler Projekte besteht darin, die Kommunikation nach dem Launch weitgehend einzustellen. Frankenthal ging bewusst einen anderen Weg.

Die Stadt versteht die App als lebendiges Angebot, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Neue Module und Funktionen wurden in den vergangenen anderthalb Jahren regelmäßig ergänzt. Jede Erweiterung wurde kommunikativ begleitet, beispielsweise durch Pressemitteilungen und Informationen über die städtischen Kanäle. Dadurch entstand immer wieder ein neuer Anlass, auf die App aufmerksam zu machen und bestehende Nutzerinnen und Nutzer zurück in die Anwendung zu holen.

Die Erfahrung zeigt: Eine Stadt-App muss immer wieder sichtbar gemacht werden. Wer nur einmal kommuniziert, wird langfristig nur schwer Reichweite aufbauen.

Das Strohhutfest als Erfolgsbooster

Ein besonders gelungenes Beispiel für die intelligente Verknüpfung von App und Stadtleben ist seitjeher das Frankenthaler Strohhutfest, denn die App wird dabei nicht nur beworben, sondern zu einem festen Bestandteil der Veranstaltung gemacht.

Passend zum Fest erhält sie Jahr für Jahr ein angepasstes Design. Darüber hinaus wird eine neue, temporäre Kategorie eingerichtet, über die Besucherinnen und Besucher alle wichtigen Informationen abrufen konnten: Bühnenstandorte, Veranstaltungsprogramm, Toilettenanlagen, Notdienste und weitere relevante Hinweise.

Damit wurde und wird die Stadt-App zum digitalen Festprogramm in der Hosentasche.

Der Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger war unmittelbar erkennbar, so Körner. Die Folge: steigende Downloadzahlen, hohe Sichtbarkeit und eine sehr positive Resonanz.

Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich kommunale Apps sein können, wenn sie echten Nutzen bieten.

Der erste Geburtstag als Chance für Feedback

Auch ein Jahr nach dem Start blieb Frankenthal aktiv und organisierte zum ersten Geburtstag der App erneut eine Aktion auf dem Weihnachtsmarkt: Wer die installierte App vorzeigen konnte, erhielt einen Gutschein für einen Glühwein oder Kinderpunsch. Doch die Aktion diente nicht nur als kleines Dankeschön für bestehende Nutzerinnen und Nutzer. Vor allem bot sie eine hervorragende Gelegenheit, mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Verwaltung erhielt wertvolles Feedback, konnte Verbesserungsvorschläge sammeln und besser verstehen, welche Funktionen besonders geschätzt werden und wo weiterer Entwicklungsbedarf besteht.

Genau dieser kontinuierliche Dialog trägt dazu bei, dass eine Stadt-App langfristig relevant bleibt.

Eine erfolgreiche Stadt-App braucht ein Gesicht

Das Beispiel Frankenthal zeigt eindrucksvoll, dass der Erfolg einer Stadt-App nicht allein von der Technik abhängt. Entscheidend ist, dass sich jemand verantwortlich fühlt, die App sichtbar macht und sie aktiv begleitet. Bürgerbeteiligung vor dem Start, eine aufmerksamkeitsstarke Einführung, regelmäßige Kommunikation, die Einbindung in städtische Veranstaltungen und der kontinuierliche Austausch mit den Nutzerinnen und Nutzern sind wichtige Erfolgsfaktoren.